Kalalau Trail

An der Küste Kauais schlängelt sich ein Pfad, der an Anmut und Liebreiz kaum zu überbieten ist. Der 18 Kilometer lange Kalalau Trail entführt Naturgenießer in eine überirdisch schöne Landschaft und stellt sie gleichzeitig vor sportliche Herausforderungen der besonderen Art. Wer den Wanderweg in voller Länge beschreiten möchte, braucht eine von der Parkverwaltung ausgestellte Genehmigung. Die hawaiianischen Behörden sind um den Erhalt ihrer landschaftlichen Juwele bemüht; daher darf nur eine maximale Anzahl von Abenteurern in den Camps und auf den Zeltplätzen übernachten. Weil viele Urlauber einzig wegen diesem wunderhübschen Wanderweg die einsame Insel ansteuern, empfiehlt es sich rechtzeitig zu reservieren. Wartezeiten von zwei Wochen und länger sind keine Seltenheit. Bis zu fünf Übernachtungen sind möglich und aufgrund der zahllosen Impressionen und idyllischen Kleinode auch zu empfehlen. Zwei Nächte hintereinander auf dem selben Campingplatz das Zelt aufzustellen ist allerdings verboten. Wanderer sollten ihr Können und ihre Kondition realistisch einschätzen und vorab genau planen, welche Übernachtungsmöglichkeit sie wann nutzen wollen.

Es darf im Hanakoa, Hanakapiai und Kalalau Valley geschlafen werden. Allen Touristen frei zugänglich ist die Etappe bis zum Hanakoa-Tal. Für die insgesamt zwölf Kilometer lange pittoreske Wanderung braucht es mindestens drei Dinge: Gutes Schuhwerk, ausreichende Wasservorräte und einen Fotoapparat. Die Pfade sind steil und geht einer der häufigen tropischen Regenfälle auf das Eiland hernieder, präsentieren sie sich auch extrem rutschig. Hochgeschlossene Wanderstiefel meinen also ein Muss. Die Schuhe sollten zudem wasserdicht sein, denn drei Flüsse queren den Kalalau Trail. Ihre Durchwartung ist ebenso malerisch wie anstrengend und verlangt nach Trittsicherheit. Ausgangspunkt für diese einzigartige und weltberühmte Wanderung ist der Ke’e State Beach Park. Von hier aus windet sich der Pfad an der Küste entlang und offeriert den Reisenden einen allzeit bombastischen Meerblick. Mehrmals am Tag lichten sich Wolkendecken und verwandelt sich der strahlend blaue Himmel in eine Nebelwand. Die Wetterkapriolen Kauais sind legendär und eröffnen, so viele Facetten als möglich kennenzulernen. Deshalb wechseln sich matschige, steinige und scheinbar vertrocknete Passagen ab. Nach knapp drei Kilometern ist es dann soweit: Der Hanakapiai Beach weitet sich zu Füßen der Wanderer.

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Mächtige Wellen zerschellen an seinen Ufern und machen das Baden zumeist unmöglich. Doch wer solche Aussichten genießen darf, trauert dem fehlenden Schwimmspaß gewiss nicht hinterher. Weil der Hanakapiai-Strand nur zu Fuß oder per Boot zugänglich ist, tummeln sich hier einzig Wanderer. Fernab der Zivilisation wähnt man sich in einem tropischen Urlaubstraum. Wem die Felsflanken und immergrünen Bergwiesen bekannt vorkommen: Kauai fungierte schon mehrmals als Filmkulisse. Steven Spielbergs „Jurassic Park“ wurde auf dem Eiland gedreht. Nach der kleinen Verschnaufpause am Pazifik, ruft nun wieder der Wanderpfad. Er geleitet die Reisenden zum finalen Höhepunkt der Tagestour, den Hanakapiai Falls. In 91 Metern Höhe rauschen sie über die Felskante und landen geräuschvoll in einem herrlichen, natürlichen Pool. Blieb den Wanderern am gleichnamigen Strand der Sprung ins kühle Nass leider verwehrt, können sie ihn hier gefahrlos tun. Romantisch und ungestüm – diese beiden Attribute beschreiben das Antlitz des Wanderpfads wohl am besten. Schließlich listet ihn ein renommiertes Sportmagazin unter den zwanzig schönsten aber auch gefährlichsten Trails weltweit.

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